DER WEINPRÜFER
Der Weinprüfer muss sich an einige Regeln halten, um die Geschmacks- und Geruchsempfindungen des zu probierenden Weines richtig einzuschätzen:
Die richtigen Bedingungen für den Weinprüfer zu schaffen, ist entscheidend für den Erfolg der Weinbeurteilung. Er muss entspannt sein und darf an keinen organischen oder psychischen Problemen leiden, die seine sensorische Wahrnehmung beeinflussen könnten.
DAS AMBIENTE
Es ist wichtig, dass es sich um einen geräusch- und geruchsfreien Raum handelt (Zimmer, Bodega, etc.), die Temperatur sollte sich zwischen 18 und 22ºC bewegen und ausreichend beleuchtet (bevorzugt Tageslicht), nicht zu trocken und gut gelüftet sein.
Der beste Moment um eine Weinbeurteilung durchzuführen ist am späten Vormittag.
MATERIAL
Der leicht zu reinigende Tisch ist einem weißen Tischtuch bedeckt und auf ihm steht ein Behälter oder ein tiefer Spucknapf.
Der Weinrpobe sollte an einem gut beleuchteten Ort - mit Tageslicht oder einer Halogenlampe - durchgeführt werden. Von Reflektorlampen und Leuchtstoffröhren wird aufgrund ihres Effekt der Farbverfälschung abgeraten.
Die Glas sollte aus dünnem Glas bestehen und tulpenförmig sein. Wir empfehlen Gläser zur Weinprobe, die den Normvorschriften der International Standards Organisation entsprechen.
Das Glas sollte höchsten bis zu einem Drittel seiner Kapazität gefüllt werden und sollte am unteren Ende vom Stil mit dem Zeigefinger und Daumen festgehalten werden, um seinen Inhalt weder zu erwärmen noch seine Entfaltung zu beeinflussen.
METODOLOGIE
Die Weinprüfung sollte still vor sich genommen werden; die Sinneseindrücke werden nur am Ende jeder Session ausgetauscht.
Bei jeder Weinprobe sollten nicht mehr als fünf oder sechs Weine im Zeitraum von maximal einer halben Stunde gekostet werden, da sich sonst der Geruchs- und Geschmackssinn übersättigen. In Bezug auf die Degustationstemperatur ist zu beachten, dass die Weissweine, bei denen die Kühle und das Aroma eine entscheidende Rolle spielen, bei einer Temperatur zwischen 10-12º C probiert werden sollten, leichte Roséweine bei 12-16º und schwere mit mehr Körper bei zwischen 16-18º C.
PROFILBESCHREIBUNG
Damit die Weinprüfer ihre Urteile bzgl. des Weins nachweisen, diese vergleichen und aufbewahren können, sollte es ein Standardverfahren geben, das erlaubt, die Ergebnisse der Weinprobe auf gleiche Weise zu dokumentieren: die so genannte Profilbeschreibung.
Es gibt verschiedene Profilbeschreibungsmodelle, je nach Art der durchgeführten Degustation, aber alle müssen die folgenden Bedingungen erfüllen: einfach auszufüllen, strenge Beurteilung und gute Kenntnisse der Prüfer, die die Probe durchführen.
Die in die Profilbeschreibungen aufgenommenen Aspekte sind normalerweise die folgenden:
• Beschreibung des Weines.
• Analytische Merkmale.
• Reize vor dem Probieren, die in visuelle und olfaktorische Reize zu unterteilen sind.
• Geschmackliche Reize.
• Bleibender Geruchs-/ Geschmackseindruck.
• Gesamteindruck vom Wein.
Im Allgemeinen fügt man noch die Uhrzeit der Weinprobe und die Temperatur des Weines hinzu.